Schaupielschulen

Wie lange dauert die Ausbildung an einer Schauspielschule?

Die Ausbildung an den öffentlichen und privaten Schauspielschulen dauert meist 3 Jahre

Private Schulen sind meist deutlich teurer. Pro Jahr müssen Sie mit Schulgebühren von bis zu 5.000 Euro rechnen. Für die ganz Ausbildungszeit kommen so 15.000 Euro zusammen.

Welche Schauspielschulen gibt es?

Hier nur eine kleine Auswahl bekannter Schauspielschulen

Berlin:

Ernst Busch Schauspielschule: www.hfs-berlin.de

Universität der Künste: www.udk-berlin.de

Frankfurt:

Hochschule für Musik und darstellende Kunst www.hfmdk-frankfurt.de

Leipzig:

Felix Mendelssohn Bartholdy Schule: www.hmt-leipzig.de

München

August Everding Theaterakademie: www.prinzregententheater.de

Otto Falckenberg-Schule : www.otto-falckenberg-schule.de

Wien:

Schauspielschule Wien: www.schauspielschule.wien

Auswahl der Schauspielschule

Hierzu gibt es viel zu sagen. Man kann nicht einfach 3 Schulen empfehlen und Sie suchen sich dann eine aus. Gerade die öffentlichen Schulen sind sehr stark überlaufen. Für einen Studienplatz bewerben sich 50 Personen und mehr. Die Auswahl- und Aufnahmekriterien sind an jeder Schule anders. Darum kann sich fast niemand einen Platz aus mehreren Schulen aussuchen.

Es geht darum die Schule zu finden, die genau für Sie die Richtige ist. Das ist übrigens auch nicht immer die bekanntest und teuerste Schule. Wenn man mit Absolventen redet, gibt es immer wieder welche, die sich während der Ausbildung nicht so wohlgefühlt haben.

Entscheidend sind die Menschen, auf die Du triffst - die Lehrer und die anderen Schüler. Sie müssen mit Ihnen über Jahre zusammenarbeiten.

Öffentliche oder private Schauspielschule?

Öffentliche Schauspielschulen sind Hochschulen, die vom Staat finanziert werden. Das bedeutet, dass die Studiengebühren sehr gering sind. Aufnahmevoraussetzung ist neben den schauspielerischen und sprachlichen Fertigkeiten immer ein Abitur oder eine Matura.

Private Schauspielschulen bieten ebenfalls eine anerkannte Schauspielausbildung, allerdings dass Sie diese selbst finanzieren müssen. In der Regel sind das Pro Semester 2.000 bis 3.000 Euro. Dafür gibt es an privaten Fachschulen deutlich weniger Bewerber und damit natürlich höhere Aufnahmechancen.

Ein weiterer Vorteil von privaten Schauspielschulen ist, dass sie meist nicht so streng mit den Altersgrenzen sind. Sie haben es also leichter später noch in den Schauspielberuf einzusteigen. Wichtig ist, dass eine private Schule staatlich anerkannt ist. Wenn sie es nicht ist, wirst Du es später viel schwerer haben zu Castings und Vorsprechen eingeladen zu werden. Ob eine Ausbildung staatlich anerkannt ist, finden Sie hier.

Aufnahme - Vorsprechen

Wie läuft es ab?

Das erste ist die Bewerbung. Wenn Ihre Bewerbung den Anforderungen genügt, und Sie die Kriterien der Schule (z.B. Alter) erfüllen, werden Sie zu einem Vorsprechen eingeladen.

Die meisten Schauspielschulen Schulen haben 3 Runden - mache auch nur zwei.

In der ersten Runde geht es darum, die Grundqualifikation zu prüfen. In den meisten Fällen wird das so ablaufen, dass Ihr eine oder zwei Rollen aussucht (in manchen Schule könnt Ihr einen Text mitbringen). Dann haben Sie eine kurze Vorbereitungszeit und müsst die Rolle dann auf einer kleinen Bühne spielen.

Die Entscheider werden anhand eurer Auftritte prüfen, ob die Bewerber sprachlich und vom Auftreten für den Schauspielberuf geeignet sind. 80 % der Kandidaten scheiden hier aus. Genau darum ist es extrem wichtig, sich hierauf professionell vorzubereiten. Genau dabei hilft Ihnen auch unser Videotraining.

In der zweiten Runde wird es viel Intensiver. Es findet meist in einem grösseren Rahmen statt. Das heisst: Eine grössere Bühne, mehr Zuseher und weniger Kandidaten. Oft gibt es zu Beginn eine Unterrichtseinheit. Die Aufnahmeprüfer wollen sehen, dass die Bewerber lernwillig sind und vor allem das gelernte schnell umsetzen können.

In der letzten Runde geht es um die Klassenzusammenstellung. Damit ein Jahrgang erfolgreich ist, müssen auch die Schüler zusammenpassen.

Stundenplan und Lerninhalte

Natürlich ist das von Schule zu Schule verschieden. Gerade bei öffentlichen und staatlich anerkannten Schauspielschulen gibt es Vorgaben, die der Lehrplan erfüllen muss. Darum gibt es vergleichbare Lerninhalte. Einige davon, möchten wir an dieser stelle vorstellen.

Sprechtechnik

In diesem Fach geht es um die Aussprache. Die Bühnensprache ist für viele zunächst sehr ungewohnt. Einiges an unserer gewohnten Aussprache würde aufgrund der Akustik in vielen Theaterhäusern in den hinteren Reihen nicht mehr verständlich ankommen.

Darum hat sich eine eigene Bühnensprache entwickelt, man spricht auch von Bühnendeutsch. Vieles davon geht zurück auf Theodor Siebs, der die Wortherkunft von tausenden Wörtern untersucht und Ihre Aussprache geregelt hat.

Damit der Sprachstil im Theaterbetrieb und vor der Kamera überall gleich und neutral klingt, wird jeder Schauspielschüler in allen Schauspielschulen die korrekte Aussprache nach Siebs lernen müssen. Das erfordert viel Übung, bis man diese Aussprache wirklich beherrscht.

Zur Sprechtechnik gehört auch die Atemtechnik.

Phonetik

Bei der Phonetik geht es, ähnlich wie bei der Sprechtechnik um die Aussprache. Allerdings geht es in diesem Fachbereich weniger um die korrekte Aussprache von Wörtern, sondern um die Betonung, Modulation und Geschwindigkeit, mit denen wir Sätze oder ganze Texte sprechen.

Denn genau hier liegt die Macht Gefühle in Sprache zu verwandeln. Wie wir etwas sagen, ist viel wichtiger, als was wir sagen.

Probieren Sie es doch einfach selber aus. Sprechen Sie folgenden Satz und betonen Sie dabei jedes Mal ein anderes Wort.

Mir geht es heute gut.

Fall 1: Betonen Sie: "MIR, geht es heute gut".

Was ist jetzt die Bedeutung? Es geht zwar mir gut, aber irgendetwas ist nicht in Ordnung. Meinem Freund oder meiner Katze geht es nicht so gut.

Fall 2: Betonen Sie: "Mir, geht es HEUTE gut".

Nun impliziert die Aussage, dass es Ihnen gestern nicht gutgegangen ist.

Nun steigern wir das noch ein wenig. Stellen Sie sich vor, Ihr Lieblingstier ist gerade gestorben.

  • Schauspieltechnik Acting
  • Körpertraining
  • Kameratechnik

Ausdruck

In einem Film ist es entscheidend, dass der Schauspieler die Gefühle richtig transportiert. Wenn man nur einzelne Szenen aufnimmt ist es schwerer, sich in die Rolle hineinzuversetzen und ihre Gefühle richtig auszudrücken. Im Modul Ausdruck lernen Sie genau das.

Schauspielunterricht

Das ist natürlich ein wichtiges Kernstück der Ausbildung.

Gesang/Liederarbeit

In vielen Filmen wird heute nicht mehr gesungen. Aber auf der Bühne kommt es immer wieder vor, dass man als Schauspieler auch singen muss. Darum gehört in der Schauspielschule zumindest ein wenig Gesang fast immer zum Lehrplan.

Einige Schulen, z.B: die Ernst Busch Schauspielschule verlangen bereits bei der Aufnahmeprüfung ein neben sprachlichen Qualifikationen ein Mindestmass an Gesang und musikalischem Können.

Kamera-Acting

Das Verhalten vor der Kamera wird bei privaten Schulen eher in den Vordergrund gerückt.

Sport

Sport und Bewegung sind wichtige Elemente, die einen grossen Teil der klassischen Schauspielausbildung ausmachen. In den meisten Schulen werden Sie mindestens zwei Stunden bewegungsbezogenen Unterricht haben.

Dazu gehören:

  • Allgemeine Beweglichkeit
  • Kraft und Spannung
  • Bühnenfechten
  • Kampfsport
  • In manchen Schulen auch Reiten

Um das zu meistern, muss man kein Hochleistungssportler sein. Aber Schauspiel ist körperlich anstrengend. Egal ob auf der Bühne oder beim Film. Moderne Filmtechnik erfordert viel Licht und das wiederum erzeugt Hitze. Um bei einem langen Drehtag am Nachmittag noch fit zu sein und die beste Performance bieten zu können, braucht es einiges an Ausdauer.